Black Friday in der Gastronomie: 7 einfache Aktionen, die funktionieren (und die EU-Regeln, die Sie kennen sollten)
Black Friday in der Gastronomie ohne Preisschlacht: sieben einfache Aktionen für Restaurants, Cafés und Bars, vom Hero-Gericht und Festpreismenü bis zu Bonus-Gutscheinen und Angeboten für ruhige Stunden, dazu die Rabattrechnung und die EU-Preisregeln.

Es ist Freitag, der 27. November, früher Nachmittag. Ihr Café liegt an einer belebten Einkaufsstraße. Draußen gehen Menschen mit Tüten aus dem Schuhgeschäft und dem Elektronikmarkt vorbei. In jedem Schaufenster ringsum steht „−50 %“. Sie fragen sich, ob Sie nicht auch „−50 % auf alles“ an Ihre Tür schreiben sollten.
Bitte nicht. Große Rabatte nach Handelsmuster passen selten zu Restaurants. Ein Geschäft kann alte Ware reduzieren. Sie dagegen bezahlen für jeden Teller frische Zutaten, Personal und Energie.
Dieser Artikel zeigt Ihnen sieben einfache Ideen für Black Friday in der Gastronomie, die zu einem Restaurant, Café oder einer Bar passen. Sie erfahren, wie Sie vor jedem Rabatt nachrechnen. Zum Schluss geht es um die EU-Regeln für Preisangaben, die Sie kennen sollten.
7 Ideen für Black Friday in der Gastronomie, die funktionieren
Die besten Black-Friday-Angebote in der Gastronomie sind klein und gezielt. Sie gelten für ein Gericht, ein Zeitfenster oder einen späteren Besuch. Hier sind sieben Ideen, die Sie in einer Woche umsetzen können. Wir würden zwei oder drei davon wählen, nicht alle sieben.
1. Das Hero-Gericht
Wählen Sie ein beliebtes Gericht mit niedrigem Wareneinsatz und geben Sie ihm einen Black-Friday-Preis. Die Gäste bekommen einen klaren Grund vorbeizukommen. Getränke, Vorspeisen und Desserts bleiben beim vollen Preis.
Rechenbeispiel: Ihre Pasta für 14 € kostet Sie 3,50 € an Zutaten. Für 11 € am Wochenende bleiben Ihnen immer noch 7,50 € pro Teller. Die meisten Gäste bestellen ein Getränk oder ein Dessert zum normalen Preis dazu.
Tipp: Nehmen Sie ein Gericht, das Ihre Küche schnell zubereiten kann, denn es wird der meistbestellte Teller des Wochenendes.
2. Das Black-Friday-Festpreismenü
Bieten Sie zwei oder drei Gänge zu einem festen Preis an. Stellen Sie das Menü nur aus Gerichten mit guter Marge zusammen. In der Praxis hilft eine feste Auswahl oft dabei, den Wareneinsatz pro Gast schon vorher zu kennen.
Rechenbeispiel: Eine Vorspeise (8 €), ein Hauptgericht (16 €) und ein Dessert (7 €) kosten auf der normalen Karte 31 €. Als Festpreismenü kosten sie 27 €. Der Gast spart 4 €. Liegt Ihr Wareneinsatz für die drei Gerichte bei 8 €, bleiben Ihnen 19 € pro Gast.
Tipp: Beschränken Sie das Menü auf zwei Optionen pro Gang, damit die Küche mehr vorbereiten kann.
3. Der schnelle Mittagstisch für Shopper
Der Black Friday ist vor allem ein Handelstag. Zusätzliche Gäste sind also eher in Einkaufsstraßen und Einkaufszentren unterwegs als in ruhigen Wohnvierteln. Liegt Ihr Lokal in der Nähe von Geschäften, bieten Sie einen schnellen Mittagstisch an: ein Hauptgericht und ein Getränk, serviert in 30–40 Minuten.
Rechenbeispiel: Ein Hauptgericht (13 €) und ein Softdrink (3 €) kosten normalerweise 16 €. Der Shopper-Mittagstisch kostet 13,50 €. Der Gast spart 2,50 € und ist innerhalb einer Stunde wieder in den Geschäften.
Tipp: Stellen Sie das Angebot auf eine Tafel vor die Tür und versprechen Sie eine kurze Wartezeit.
4. Gutscheine mit Bonus
Verkaufen Sie Gutscheine mit Mehrwert: Der Gast zahlt 50 € und kann 60 € ausgeben. Sie haben das Geld sofort. Der Gast kommt später wieder, oft im ruhigen Januar. Solche Gutscheine in der Gastronomie sind auch ein beliebtes Weihnachtsgeschenk.
Rechenbeispiel: Sie geben 10 € Mehrwert auf einen Gutschein über 60 €. Ihr tatsächlicher Rabatt beträgt 10 € ÷ 60 € ≈ 16,7 %. Das ist weniger, als es aussieht, und die 50 € haben Sie, bevor Sie den ersten Teller servieren.
Tipp: Prüfen Sie vorher die Regeln zur Gültigkeit: In Irland müssen Gutscheine laut CCPC mindestens fünf Jahre gelten, in Deutschland gilt die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren.
5. Das Angebot für ruhige Stunden
Die meisten Restaurants haben ruhige Stunden, auch am Black Friday. Legen Sie Ihr Angebot genau dorthin. So füllen Sie leere Tische, statt Tische zu rabattieren, die ohnehin besetzt wären.
Rechenbeispiel: Ein Kaffee (3,20 €) und ein Stück Kuchen (4,80 €) kosten normalerweise 8 €. Zwischen 15:00 und 17:00 Uhr kostet das Paar 6,50 €. Zehn zusätzliche Paare bringen 65 € in Stunden, die sonst fast nichts einbringen.
Tipp: Zeigen Sie das Zeitfenster deutlich an, damit Gäste um 13:00 Uhr nicht mit dem Angebotspreis rechnen.
6. Der Wiederkommer-Gutschein
Geben Sie Ihren Gästen einen Grund wiederzukommen. Wer am Black-Friday-Wochenende einen festgelegten Betrag ausgibt, erhält einen Gutschein für einen Besuch unter der Woche Anfang Dezember. Das Angebot rechnet sich nur, wenn die Gäste tatsächlich wiederkommen.
Rechenbeispiel: Gäste, die 40 € oder mehr ausgeben, erhalten einen Gutschein über 8 €. Er gilt von Montag bis Donnerstag, 1.–10. Dezember. Ein Paar kommt wieder, verzehrt für 45 € und zahlt 37 €. Das sind 37 € Umsatz aus einem Besuch, den es sonst vielleicht nicht gegeben hätte.
Tipp: Drucken Sie das Enddatum und die Wochentage direkt auf den Gutschein.
7. Weihnachtsfeier am Black Friday buchen
Gruppen planen ihre Dezemberfeiern ungefähr um diese Zeit. Bieten Sie Gruppen, die an diesem Wochenende buchen, einen kleinen Bonus an, etwa einen Begrüßungsdrink oder ein kostenloses Dessert pro Gast. So sichern Sie sich früh Umsatz für den Dezember.
Rechenbeispiel: Eine Gruppe von 12 Personen bucht ein Feiermenü für 35 €, die Buchung ist also 420 € wert. Ein kostenloses Dessert kostet Sie etwa 1,50 € an Zutaten pro Gast. Das sind insgesamt 18 € oder etwa 4,3 % der Buchung.
Tipp: Fragen Sie bei der Buchung nach Personenzahl und Datum, damit der Bonus an eine echte Reservierung gebunden ist.
Rechnen Sie nach, bevor Sie Rabatt geben
Ein Rabatt ist kein kostenloses Marketing. Er geht von Ihrer Marge ab. Um zu sehen, wie viel, brauchen Sie einen Begriff. Der Deckungsbeitrag ist einfach der Betrag in Euro, der Ihnen von einer Rechnung nach dem Wareneinsatz bleibt. Davon zahlen Sie Miete und Gehälter.
Rechenbeispiel: Die Rechnung eines Gastes beträgt 50 €. Ihr Wareneinsatz liegt bei 30 %, also 15 €. Es bleibt ein Deckungsbeitrag von 35 €. Jetzt geben Sie 20 % Rabatt. Die Rechnung sinkt auf 40 €, die Zutaten kosten aber weiterhin 15 €. Ihr Deckungsbeitrag fällt auf 25 €. Teilen Sie 35 € durch 25 €, kommen Sie auf 1,4. Sie brauchen 40 % mehr Gäste, um dasselbe zu verdienen. Wenn Sie sonst 100 Gäste bedienen, brauchen Sie jetzt 140.
Das sind viele zusätzliche Teller.
Studien zu Restaurant-Deals zeigen in dieselbe Richtung, auch wenn sie aus den USA stammen. Eine Studie von Utpal Dholakia an der Rice University untersuchte 2010 Groupon-Aktionen. Darin gaben 42 % der Restaurants (20 von 48) an, dass sich ihre Aktion nicht gelohnt hat. Eine Cornell-Umfrage unter 931 Verbrauchern von Kimes und Dholakia aus dem Jahr 2011 zeigte ein weiteres Problem. Etwa 44 % der Nutzer von Social-Coupons waren bereits Stammgäste. Viele Deals verkauften also günstigere Mahlzeiten an Menschen, die ohnehin gekommen wären.
Es gibt auch gute Nachrichten. Eine Cornell-Umfrage unter 273 Restaurantbetreibern von Wu, Kimes und Dholakia aus dem Jahr 2012 untersuchte die Ergebnisse solcher Deals. Laut den Betreibern waren etwa 40 % der Deal-Käufer Neukunden. Etwa 35 % der Erstbesucher mit Deal kamen ohne weiteres Angebot wieder.
Deals können also neue Gäste bringen. Sie kosten nur mehr, als die meisten Inhaber erwarten. Unserer Meinung nach ist es am sichersten, Black Friday im Restaurant mit einem reduzierten Gericht oder einer ruhigen Stunde zu begehen, nicht mit der ganzen Karte.
Preise mit wenigen Klicks ändern
Mit einer Papierkarte bedeutet eine Wochenendaktion: drucken und am Montag wieder drucken. Eine digitale Speisekarte erspart Ihnen diesen Schritt. Mit einer digitalen QR-Speisekarte wie Platoo können Sie für einzelne Gerichte einen Black-Friday-Preis festlegen. Die Gäste sehen dann den reduzierten Preis direkt beim Gericht.
Wie das nach dem Scan auf dem Handy der Gäste aussieht, zeigt Ihnen ein Beispielmenü — ganz ohne Registrierung.
Sie ändern Preise mit wenigen Klicks und stellen am Montag die normalen Preise wieder ein. Nichts muss neu gedruckt werden. Sie können auch eine eigene Black-Friday-Karte anlegen, etwa für Ihr Festpreismenü oder Ihr Angebot für ruhige Stunden. Nach dem Wochenende blenden Sie sie einfach aus.
Wenn Sie Touristen haben, ist das noch wichtiger. Platoo übersetzt die Speisekarte automatisch in die Sprachen, die Sie aktivieren. Ihre neuen Preise erscheinen in jeder Sprachversion, sodass ein Gast aus Spanien oder Japan dasselbe Angebot sieht wie ein Gast aus der Stadt.
EU-Regeln für Black-Friday-Rabatte
Die Preise sind nur ein Teil einer Aktion. Genauso wichtig ist, wie Sie sie ankündigen. Hier steht in einfachen Worten, was das EU-Recht sagt.
Die 30-Tage-Regel. Art. 6a der Preisangabenrichtlinie 98/6/EG wurde durch die Richtlinie (EU) 2019/2161 eingefügt. Er gilt seit dem 28. Mai 2022. Wenn ein Händler eine Preisermäßigung ankündigt, muss er den vorherigen Preis angeben. Das ist der niedrigste Preis, den der Händler in mindestens den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat. Im September 2024 hat der EuGH dazu in der Rechtssache C-330/23 (Aldi Süd) entschieden. Ein prozentualer Rabatt muss von diesem niedrigsten 30-Tage-Preis aus berechnet werden. Im Fall Aldi zeigte das Geschäft einen durchgestrichenen Preis von 1,69 €. Der niedrigste Preis der vorangegangenen 30 Tage lag bei 1,29 €.
Gilt das auch für Restaurants? Die Regel ist für Waren geschrieben. Speisen, die am Tisch serviert werden, gelten meist als Dienstleistung. Art. 6a gilt für sie also womöglich nicht direkt. Das ist aber nicht überall sicher. Nationales Recht kann die Regeln ausweiten, fragen Sie deshalb bei Ihrer Verbraucherschutzbehörde nach.
Regeln, die für alle gelten. Die Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken gilt für Waren und Dienstleistungen. Sie stuft falsche Angaben über einen Preis oder einen Preisvorteil als irreführend ein, zum Beispiel einen erfundenen „Statt“-Preis. Ihr Anhang I verbietet ausnahmslos die falsche Behauptung, ein Angebot gelte nur sehr kurze Zeit. Ein Angebot „nur heute“ muss also wirklich heute enden.
Gutscheine. Eine einheitliche EU-weite Regel zum Verfall von Gutscheinen scheint es nicht zu geben. Bedingungen und Gültigkeitsdauer unterscheiden sich von Land zu Land.
Behörden prüfen Black-Friday-Angebote tatsächlich.
43 %
mindestens dieser Anteil von 176 Websites verstieß bei einer Prüfung der Black-Friday-Angebote 2022 gegen die Regeln
ICPEN
30 %
von 314 Online-Händlern in 25 Ländern zeigten Rabatte falsch an, laut einer im März 2026 veröffentlichten Prüfung zu Black Friday und Cyber Monday
CCPC Irland
18 %
der Händler in derselben Prüfung setzten auf Verkaufsdruck, etwa mit Countdown-Timern oder künstlicher Knappheit
CCPC Irland
Geprüft wurden Online-Shops, keine Restaurants. Für Ihre Speisekarte und Ihre Plakate gelten aber dieselben Regeln zur Ehrlichkeit. Wir würden mit dieser kurzen Checkliste beginnen:
- Lassen Sie den normalen Preis mehrere Wochen vor der Aktion auf der Karte stehen.
- Nennen Sie das Enddatum der Aktion und halten Sie sich daran.
- Zeigen Sie nie einen aufgeblähten „Statt“-Preis.
- Formulieren Sie Gutscheinbedingungen klar, einschließlich des Ablaufdatums.
Dies sind allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall wenden Sie sich an einen Anwalt oder an Ihre Verbraucherschutzbehörde.
Testen Sie Ihr Black-Friday-Angebot vorher
Legen Sie ein kostenloses Platoo-Konto an, setzen Sie den Black-Friday-Preis für Ihr Hero-Gericht und prüfen Sie ihn vor dem 27. November auf Ihrem Handy, so wie ein Gast ihn sehen wird.
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Häufige Fragen
Bei Black Friday in der Gastronomie hängt das vom Standort und von der Art des Rabatts ab. Der Black Friday ist vor allem ein Handelstag, deshalb profitieren Lokale in der Nähe von Geschäften am ehesten. Ein kleines, gezieltes Angebot funktioniert meist besser als ein großer Rabatt. 20 % Nachlass auf eine Rechnung von 50 € bei 30 % Wareneinsatz erfordert 40 % mehr Gäste für denselben Ertrag.
Gute Ideen sind eng gefasst und leicht umzusetzen. Probieren Sie ein Hero-Gericht zum niedrigeren Preis, ein Festpreismenü oder einen schnellen Mittagstisch für Shopper. Bonus-Gutscheine bringen sofort Geld. Angebote für ruhige Stunden füllen leere Tische. Wiederkommer-Gutscheine und Boni für Weihnachtsfeiern holen Gäste im Dezember zurück.
Art. 6a der Richtlinie 98/6/EG ist für Waren geschrieben. Speisen im Restaurant gelten meist als Dienstleistung, daher gilt die Regel womöglich nicht direkt. Nationales Recht kann abweichen, prüfen Sie es also vor Ort. Erfundene „Statt“-Preise und falsche „Nur heute“-Angebote sind nach der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken auch bei Dienstleistungen verboten.
Black Friday 2026 ist am Freitag, 27. November 2026. Er folgt auf Thanksgiving in den USA, das auf den vierten Donnerstag im November fällt. Der Cyber Monday folgt am Montag, 30. November 2026. Planen Sie Ihr Angebot, die Änderungen an der Karte und den Dienstplan einige Wochen vor diesem Wochenende.
Quellen: Europäische Kommission — Preisangaben-Richtlinie · Lawplayer — Richtlinie (EU) 2019/2161, Art. 2 (Änderung von Art. 6a der Richtlinie 98/6/EG) · Gerichtshof der Europäischen Union — Pressemitteilung 152/24, Rechtssache C-330/23 Aldi Süd · Noerr — Impact of the CJEU ruling on discount advertising in Europe · Your Europe — Unlautere Preisgestaltung · legislation.gov.uk — Richtlinie 2005/29/EG (Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken) · legislation.gov.uk — Richtlinie 2005/29/EG, Anhang I · ICPEN — Black Friday sweep of online offers · CCPC Irland — 1 in 3 traders incorrectly display discounts online during Black Friday sales · CCPC Irland — Gift vouchers · Öko-Test — Gutscheine als Weihnachtsgeschenk · Rice University (Dholakia, 2010) — How effective are Groupon promotions for businesses? · Cornell University (Wu, Kimes & Dholakia, 2012) — Restaurant operator experiences with daily deals · Cornell Chronicle (Kimes & Dholakia, 2011) — Social coupon users survey